Grüner Star
Was ist Grüner Star?
Der Grüne Star bzw. das Glaukom ist eine ernstzunehmende Erkrankung des Sehnervs, die für die Betroffenen schleichend und schmerzlos verläuft. Dadurch wird die Erkrankung zunächst nicht bemerkt und schreitet weiter fort. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, droht die vollständige Erblindung des Betroffenen. In Deutschland erblinden jährlich auf diese Weise rund 2000 Menschen. Der Grüne Star bzw. das Glaukom ist somit die Hauptursache für Blindheit.
Welche Risikofaktoren für Grünen Star gibt es?
Das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, steigt ab einem Lebensalter von 40 Jahren, da durch degenerative Veränderungen die Mechanismen des Auges gestört werden können. Die Neigung, ein Glaukom zu entwickeln, kann auch durch genetische Faktoren beeinflusst werden. Sind in der Familie bereits Erkrankungen vorhanden, besteht auch hier ein erhöhtes Risiko. Weitere Risikofaktoren sind starke Weit- oder Kurzsichtigkeit, Durchblutungsstörungen, starke Blutdruckschwankungen sowie Grunderkrankungen, welche sich auf die Blutgefäße auswirken (z. B. Diabetes mellitus , Arteriosklerose).
Welche Arten von Glaukomen sind bekannt?
Die Schädigung des Sehnervs kann durch verschiedene Arten von Glaukomen verursacht werden. Man unterscheidet zwischen dem Primär chronischen Offenwinkelglaukom, dem Normaldruckglaukom, dem Winkelblockglaukom (akuter Glaukomanfall), dem angeborenen (kongenitalen) Glaukom sowie dem Sekundärglaukom.
Primär chronisches Offenwinkelglaukom
Das primär chronische Offenwinkelglaukom ist die häufigste Glaukomerkrankung (ca. 90 %) und eine Folge von degenerativen Veränderungen im Auge, also eine Alterserscheinung. Der Flüssigkeitshaushalt des Auges ist gestört, d. h., der Abfluss von überschüssiger Flüssigkeit ist verlangsamt, wodurch sich der Druck im Auge allmählich erhöht. Ab einem Wert von 21 – 35 mmHg besteht ein erhöhter Augeninnendruck. Führt dieser verstärkte Druck zu einer Schädigung des Sehnervs spricht man von einem Offenwinkelglaukom.
Normaldruckglaukom
Das Normaldruckglaukom ist eine besondere Variante des Offenwinkelglaukoms. Hierbei entwickelt sich ein Glaukom, ohne dass der Augeninnendruck erhöht ist. Die Ursache hierfür ist noch nicht eindeutig geklärt.
Winkelblockglaukom
Bei einem Winkelblockglaukom, auch akuter Glaukomanfall genannt, erhöht sich der Augeninnendruck rapide auf bis zu 70 mmHg. Das Winkelblockglaukom ist immer ein Notfall! Bei folgenden Symptomen sollte schnellstmöglich ein Facharzt aufgesucht werden: – Schleier vor den Augen – Starke Augenschmerzen – Kopfschmerzen – Regenbogen- Halluzinationen um Lichtquellen herum – Übelkeit und Erbrechen
Angeborenes (kongenitales Glaukom)
Durch embryonale Fehlentwicklung kann ein erhöhter Augeninnendruck von Geburt an auftreten. Typisches Anzeichen für ein angeborenes Glaukom sind auffällig große Augen bei Neugeborenen. Hier ist eine frühzeitige Abklärung der Ursache und ggf. Behandlung notwendig, um die Sehkraft des Kindes zu erhalten.
Sekundärglaukom
Als Sekundärglaukom wird ein Offenwinkelglaukom bezeichnet, welches sich als Folge einer Grunderkrankung entwickelt, beispielsweise durch Verletzungen, Arteriosklerose, Verlagerungen der Abflusswege oder auch durch Tumoren, welche die Mechanismen im Auge beeinträchtigen
Nicole Breuer